Wardriving2017-07-15T18:25:23+01:00

Wardriving

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

Wardriving

Wardriving ist eine Methode um offene WLan-Netzwerke zu finden.

Methode von motorisierten Hackern: Wardriving

Die im Fahrzeug durchgeführte Suche nach ungeschützten Funknetzwerken nennt sich Wardriving. Der englische Term ist eine Abwandlung des Begriffes Wardialing, der eine ältere Methode von Hackern benennt. Durch das Ausprobieren von Telefonnummern fanden Datendiebe offene Zugänge für Modems. Heute suchen motorisierte Verantwortliche, die unterschiedliche Motivation antreibt, nach ungesicherten WLAN-Zugängen. Manche Wardriver, die ihre Tätigkeit glorifizieren, sehen die Anfangsbuchstaben des Begriffes als Akronym, das für „Wireless Access Revolution“ stehen soll. Andere Personen benötigen lediglich einen anonymisierten Zugang ins Internet, um kriminelle Taten zu begehen.

Vorgehensweisen beim Wardriving

Ein klassischer Wardriver kombiniert Automobil und Computer. Aus dem fahrenden Fahrzeug spürt er Funknetzwerke auf, die nicht oder nur unzureichend gesichert sind. Zur Verstärkung der eigenen Signale verwenden Wardriver häufig externe Antennen. Ein WLAN-Sniffer, der die Daten der Netzwerke automatisch protokolliert, dient der Auffindung von offenen Netzwerken. Dafür liest die Anwendung GPS-Daten, die WLAN-Router versenden. Mit Hilfe des Sniffers empfangen und analysieren Wardriver sogenannte „Beacons“. Es handelt sich um kleine Dateien, die der Router pro Sekunde bis zu 30 Mal an alle in Reichweite befindlichen Geräte verschickt. Die Dateien enthalten Informationen wie den Namen des Funknetzwerkes. Die MAC-Adresse des Routers und die verwendeten Funkkanäle befinden sich ebenfalls in diesen Daten.

Hacker nutzen die gesammelten Informationen, um rasch in ungesicherte Funknetzwerke einzudringen. Ein Notebook muss bei dieser Methode nicht zwangsläufig zum Einsatz kommen. Schließlich verwenden Verantwortliche auch Smartphones, Handhelds oder PDAs. Außerdem existieren mittlerweile kompakte Geräte, die dem Aufspüren von WLAN-Zugängen dienen. Weil diese Produkte noch kleiner als Smartphones sind, fällt die Nutzung im Alltag kaum auf. Das Wardriving benötigt aber ein Automobil, um große Areale abzudecken. Für andere Methoden, die ohne Fahrzeug auskommen, haben sich alternative Bezeichnungen etabliert. Bei diesen Begriffen wird der War-Wortteil durch einen Term ergänzt, der zur Fortbewegung passt. Statt Wardriving ist zum Beispiel von Warwalking die Rede, wenn die Suche nach einem WLAN-Netz zu Fuß stattfindet.

Auswirkungen der Methode

Die Motivation für das Wardriving besteht vor allem darin, offene WLAN-Netze für die eigene Nutzung zu entdecken. Manche Personen betreiben die Methodik zunächst aus Neugierde, woraus sich oft eine Obsession entwickelt. Solche Wardriver befassen sich mit der Entwicklung aktueller WLAN-Technologie. Fortan spüren sie Sicherheitslücken und Schwachstellen auf. Manche Verantwortliche informieren die Betreiber. Andere Wardriver kennzeichnen die offenen Funknetze für potentielle Nutzer. Während früher physikalische Kennzeichnungen aus Kreide verwendet wurden, kartographieren heutige Wardriver die gefundenen WLAN-Netze mit Programmen. Mittlerweile sind Nutzer der Methode dazu übergegangen, die Hotspots mit eigener GPS-Software festzuhalten. Wardriver nutzen im Anschluss das Internet, um ihre WLAN-Topologie als eine Form von freier Dienstleistung anzubieten.

Manchmal werden WLAN-Daten exklusiv über das Darknet verkauft. Kriminelle verwenden die Aufzeichnungen, um sensible Informationen von Betreibern zu entwenden. Außerdem wird der kartographierte Zugang, durch den sich Täter verschleiern, für virtuelle Attacken genutzt. Cracker, Black Hats genannt, gebrauchen offene WLAN-Netze, um bei geringem Risiko kriminelle Taten zu begehen. Den Betreibern droht ein juristisches Nachspiel. Nach geltender Rechtslage sind sie auch dann verantwortlich, wenn ein Up- oder Download von strafrechtlichen Inhalten durch Dritte nachgewiesen wird. Juristische Fachliteratur ging lange davon aus, dass die Nutzung eines offenen WLANs nicht strafbar ist. Allerdings zeigen Gerichtsurteile der vergangenen Jahre, dass in diesem Fall ein Verstoß gegen die Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes vorliegen könnte (Az. 22 Ds 70 Js 6906/06).