Cyber-Krieger2017-07-07T20:27:10+01:00

Cyber-Krieger

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Cyber-Krieger

Einige Angriffe verlagern sich in den Cyberspace, auch dieser will verteidigt werden.

Als Cyber-Krieger werden informell IT-Spezialisten bezeichnet, die ihre Dienste in den Rahmen einer militärischen oder geheimdienstlichen Operation stellen. Ihr Aufgabenfeld liegt in der digitalen Verteidigung eigener und verbündeter Streitkräfte, in der Manipulation des Feindes durch Desinformation und Infiltration ihrer Kampfsysteme, sowie in der Spionage konkurrierender Staaten, Unternehmen oder Organisationen mithilfe von Hackerangriffen (oder auch: Cyberattacken). Gleichwohl sind sogenannte Cyber-Krieger auch für den Schutz und den Erhalt der eigenen Informationen und Sicherheitssysteme verantwortlich.

Seltener werden als Cyber-Krieger auch Hacktivisten bezeichnet, die staatenunabhängig in die Rechennetze von Wirtschaftsunternehmen und Regierungsorganisationen eindringen. Ziel hierbei ist die Aufdeckung von Missständen, moralischen Vergehen, Sicherheitslücken oder der bloße Diebstahl von Daten und finanziellen Ressourcen. Häufig ist unklar, inwiefern Cyberattacken institutionell organisiert wurden oder aus einem privaten Interesse heraus stattfanden.

Der Begriff „Cyber-Krieger“ (selten auch: „Cyberkrieger“) ist ein Kompositum. Das Glied „Cyber-“ ist dem Begriff „Kybernetik“ entlehnt und verweist auf einen informationstechnologischen, computerterbezogenen Kontext. „Krieger“ wiederum ist historisch markiert und ein ideologisch – zum Teil auch pathetisch – konnotierter Ausdruck für jemanden, der an kämpferischen Handlungen teilnimmt. Etymologisch beschreibt das Wort „Cyber-Krieger“ also einen Kämpfer, der mit Computern arbeitet. Der Begriff wird allerdings fast ausschließlich von externer Seite in den Medien verwendet; er entspricht also keiner Eigenbezeichnung oder einem militärischen Dienstgrad. Dadurch ist er einerseits politisch aufgeladen und andererseits polemisch bis unsachlich.

Der zunehmende Einsatz von computergesteuerterten Waffen, digitaler Gefechtskontrolle und Datensicherung, Robotik, Drohnentechnologie und Internet haben mit dem Ende des 20. Jahrhunderts eine neue Waffengattung motiviert. Dieser neue Soldatentyp operiert abseits des Schlachtfeldes mithilfe von Computersystemen, um Einfluss auf das Kampfgeschehen nehmen zu können. Ferner wird er auch dazu eingesetzt, in zivile Systeme einzudringen, um im Sinne der eigenen Streitmacht oder Nation strategische Informationen zu erbeuten. In Deutschland verfügt die Bundeswehr seit dem 1. April 2017 über den Organisationsbereich „Cyber- und Informationsraum“ (CIR), der für diese Zwecke eingerichtet wurde.