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Cyber-Versicherung 2017-10-06T20:43:13+00:00

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Ausweislich der Kriminalstatistik hat die Cyberkriminalität in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Das Bundeskriminalamt sieht hier die größte Herausforderung nach der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Im Jahr 2016 wurden 83.000 Fälle polizeilich registriert, wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen wird. Die Behörden schätzen einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von mehreren Milliarden Euro pro Jahr. Da das Leben zunehmend auch auf digitalen Wegen geführt wird, ist auch in Zukunft mit weiteren Hackerangriffen, vernichtenden Viren oder dem Datendiebstahl zu rechnen. Immer mehr Menschen, insbesondere Selbstständige, entscheiden sich zum Abschluss einer Cyber-Versicherung. Im Fall der Fälle möchten sie zumindest den wirtschaftlichen Gesamtschaden minimal halten. Bei dieser speziellen Versicherungsart sollten vorab einige Dinge beachtet werden.

Themen zur Cyber-Versicherung

An wen richtet sich die Cyber-Versicherung?

Die Cyber-Versicherung ist insbesondere für Unternehmen, Freiberufler und selbständige eine sinnvolle Ergänzung zum bereits bestehenden Versicherungsschutz. Es sind nicht ausschließlich die großen Weltkonzerne, die die Hacker in ihr Visier genommen haben. Potenziell gefährdet sind ausnahmslos alle Firmen, bei denen die Kundendaten digital verwaltet werden. Zahlt der Gast beispielsweise im Restaurant mit seiner Kreditkarte, können kriminelle die persönlichen Daten abfangen und in Zukunft für die eigenen Machenschaften missbrauchen. Betroffen sind folglich nicht nur die Unternehmer und Selbstständigen, sondern vor allem auch die Kunden.

Es ist offensichtlich, dass das Vertrauen unter den beiden Opfergruppen leidet, obwohl der Angriff von einem Dritten verübt worden ist. Die vertrauensvolle Basis wird zumindest kurzzeitig erschüttert. Den Kriminellen geht es insbesondere darum, die technischen Prozesse innerhalb der Geschäftsführung zu stören oder hochsensible Daten abzuschöpfen. Die so gewonnenen Erkenntnisse versuchen sie anschließend zu monetarisieren. Um sich hinreichend vor den finanziellen Folgen zu schützen, sollte dieser spezielle Versicherungsschutz für alle Selbstständigen, Freiberufler und Unternehmer unbedingt abgeschlossen werden. Der durch einen Cyberangriff drohende Schaden kann die wirtschaftliche Existenz nicht nur gefährden, sondern endgültig vernichten. Der Traum von der eigenen Geschäftsidee zerplatzt in diesen Momenten in den Händen der Kriminellen.

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Welchen Versicherungsschutz bietet die Cyber-Versicherung?

Datenschutzversicherung, Hackerversicherung und Data Risk Versicherung sind allesamt Synonyme für die Cyber-Versicherung, sodass die Bezeichnung bei den unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften variieren kann. Es werden in der Regel verschiedene Module angeboten, die gegen die jeweiligen Risiken eines Cyberangriffs schützen sollen. Insoweit ist Unternehmern zu empfehlen, die einzelnen Pakete genau zu prüfen.

In der Basisvariante umfasst die Datenschutzversicherung regelmäßig zwei unterschiedliche Inhalte. Zum einen soll sie den Versicherungsnehmer vor direkten Risiken schützen. Darunter sind die sogenannten Eigenschäden zu verstehen, mithin solche Risiken, die den Unternehmer oder selbstständig unmittelbar betreffen. Oftmals ist ein umfangreiches Krisenmanagement nach einer Cyberattacke unerlässlich. Nachdem die Hacker ihre kriminelle Energie freigelassen haben, müssen die betriebsinternen Daten in der Regel neu archiviert oder wiederhergestellt werden.

Cyber-Versicherung Kosten

Die Cyber-Versicherung fängt viele Kosten nach einem Hackerangriff auf.

Diese Kosten werden von der Versicherungsgesellschaft übernommen, insoweit ein entsprechender Versicherungsvertrag abgeschlossen worden ist. In der Regel muss der Geschäftsbetrieb nach einem kriminellen Angriff für eine ungewisse Zeit pausiert werden. Damit sind für den Unternehmensführer Umsatzeinbußen verbunden. Diese werden ebenfalls von der Versicherung kompensiert (Untrebechungsscahden). Könnten durch den kriminellen Akt auch die Kunden des Unternehmens betroffen sein, ist der Unternehmer gesetzlich dazu verpflichtet, diese zu informieren (§ 42a Bundesdatenschutzgesetz). Dadurch werden Informationskosten verursacht, die wiederum vom Versicherer ausgeglichen werden. Ferner ist eine ausführliche Schadensanalyse unerlässlich, um den Schaden nicht nur einschätzen zu können, sondern in seinem Ausmaß auch zu begrenzen. Die entsprechenden Fachleute werden ebenfalls von der Versicherungsgesellschaft bezahlt.

Neben den direkten sollen aber auch die indirekten Risiken abgesichert werden. Insofern beinhalten die Policen in der Regel eine spezielle Gewerbehaftpflichtversicherung. Werden beispielsweise durch einen Angriff die Persönlichkeitsrechte eines Dritten verletzt, wird dieser den Anspruch gegen den ohnehin geschädigten richten. Werden darüber hinaus noch Geheimhaltungspflichten verletzt, entschädigt die spezielle Versicherung auch diese Kosten. Für den optimalen Versicherungsschutz ist ein Versicherungsvergleich unabdingbar, da sich die einzelnen Versicherungsleistungen häufig aus verschiedenen Komponenten zusammensetzen. Hierbei ist sehr wichtig, eine umfassendes Schutzpaket abzuschließen.

Welche Schäden deckt die Cyber-Versicherung ab?

Da es sich um ein vergleichsweise neues Versicherungsfeld handelt, ist eine abschließende Beantwortung dieser Frage gar nicht möglich. Die Versicherer setzen zum Teil sehr unterschiedliche Schwerpunkte bei ihren Versicherungspaketen. Während einige Versicherungsgesellschaften einen speziellen Rechtsschutz anbieten, schützen andere vor Vermögensschäden. Wiederum andere offerieren zielgerichtete Dienstleistungen, um exemplarisch solche Inhalte aus dem Internet zu entfernen, die einen rufschädigenden Charakter haben. Es ist unerlässlich, sich ein umfassendes Bild über diese Leistungsspektren zu verschaffen. Letztendlich sind die Angebote so individuell wie die einzelnen Branchen für die sie gedacht sind.

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Diese Schäden werden regelmäßig nicht vom Versicherungsschutz übernommen

Kommt es aufgrund eines Hackerangriffs zu einer Urheberrechtsverletzung, werden die daraus resultierenden Schäden in der Regel nicht von der Cyber-Versicherung getragen. Wer zum Beispiel das Internet nutzt, um auf illegalem Weg Musikdateien, Computerspiele oder Filme herunterzuladen, trägt die Kosten im Falle einer Abmahnung selbst, wenn er bei der illegalen Aktivität erwischt wird. Handelt es sich allerdings um eine ungerechtfertigte Abmahnung, wurden entsprechend keine illegalen Dateien aus dem Internet heruntergeladen, ist die Abmahnung bereits unzulässig. Sie richtet sich in diesen Fällen schlichtweg an den falschen Adressaten. Der Abschluss einer Cyber-Versicherung ist allerdings nicht notwendig, weil die Rechtsschutzversicherung bzw. die Haftpflichtversicherung die dadurch anfallenden Kosten regelmäßig tragen wird. Eine Zusatzversicherung ist daher nicht notwendig.

Welcher Wert ist in der Cyber-Versicherung abgesichert?

So unterschiedlich die Angebote der einzelnen Versicherungsgesellschaften sind, so verschiedenartig sind auch die Versicherungssummen, die im Schadensfall an den Versicherungsnehmer ausbezahlt werden. Bei der Wahl der passenden Versicherung sollte die Höhe der Versicherungssumme allerdings nicht zu niedrig angesetzt werden.

Letztendlich soll sie umfassend vor sämtlichen Schäden schützen. Nach der Statistik haben die 83.000 registrierten Cyberangriffe im Jahr 2016 einen Gesamtschaden von 51 Millionen EUR verursacht. Ratsam sind daher Versicherungen, die mindestens 500.000 € abdecken. Oftmals schließen Unternehmer und Selbstständige zu niedrige Versicherungssummen ab, sodass sie die Differenz im Schadensfall aus eigener Tasche bezahlen müssen. Das Risiko, von einem Cyberangriff betroffen zu sein, steigt mit dem erwirtschafteten Jahresumsatz.

Die Versicherungstatistik zeigt, dass häufig zu geringe Deckungssummen gewählt werden, um den monatlichen Versicherungsbetrag möglichst niedrig zu halten. Während die durchschnittliche Versicherungssumme bei einem Unternehmen, das einen jährlichen Umsatz von 150.000 € erzielt, bereits bei 275.000 € liegt, erhöht sich die durchschnittliche Versicherungssumme auf 574.000 € bei einem Jahresumsatz von 5 Millionen €.

Die Kosten für eine Hackerversicherung:

Die Datenschutzversicherung soll vor den finanziellen Nachteilen durch einen Hackerangriff oder durch Schadsoftware schützen. Die Versicherungsprämie ist in vielen Fällen niedriger als es zunächst zu erwarten wäre. Die Kosten setzen sich maßgeblich aus vier individuellen Faktoren zusammen. Die Höhe der Prämie ist maßgeblich von der Deckungssumme abhängig. Durch den Deckungsbeitrag wird geregelt, welchen Anteil des Schadens die Versicherungsgesellschaft in einem Versicherungsfall übernehmen muss.

Je geringer der gebotene Schutz für das Unternehmen ist, desto niedriger werden auch die Kosten für die Versicherung sein. Weiterhin hat auch eine vereinbarte Selbstbeteiligung Einfluss auf die Prämie. Durch die Selbstbeteiligung legt der Unternehmer fest, wie viel Geld aus der Unternehmenskasse bei einem Schadensfall entnommen wird. Bei einer niedrigen Selbstbeteiligung steigen die Versicherungsprämien. Allerdings sollte nicht am falschen Ende gespart werden. Der Versicherungsnehmer sollte sich für einen Selbstbeteiligungsbetrag entscheiden, den er sich im Versicherungsfall auch tatsächlich leisten kann.

Oftmals wirkt sich auch die Vertragslaufzeit auf die Versicherungsgebühren aus. Wer kurze Laufzeiten bevorzugt, um möglicherweise flexibel einen Versicherungswechsel durchführen zu können, muss mit höheren Ausgaben kalkulieren. Dasselbe gilt für den Zahlungsrhythmus. Dabei kann der Gewerbetreibende oftmals wählen, ob er die Prämie jährlich, halbjährlich oder monatlich tilgen möchte. Je größer der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Zahlungen ist, desto höher ist in der Regel die Versicherungsprämie.

Vor dem Abschluss eines Versicherungsvertrages werden die Versicherer auch den Umsatz des Unternehmens genauer prüfen. Umsatzstarke Firmen sind von den Attacken häufiger betroffen. Außerdem ist der Schaden nach einem Angriff regelmäßig sehr hoch. Von diesem Leistungsvolumen versuchen die Versicherungsunternehmen zu profitieren, indem sie einen Aufschlag für ihren Versicherungsschutz einkalkulieren. Zuletzt sind auch die Versicherungsleistungen wesentliche Faktoren. Die einzelnen Tarife verursachen unterschiedliche Kosten. Nichtsdestotrotz sollte der Unternehmer die gewählten Leistungen immer an die Bedürfnisse seiner Firma anpassen.

Schadensbeispiele aus der Welt der Cyberangriffe:

Cyberangriffe finden tagtäglich statt und verursachen einen verheerenden Schaden in Milliardenhöhe. Es gibt daher auch unzählige Beispiele, um das Szenario, das mit einer solchen Attacke einhergeht, zu beschreiben. Sogar die großen Weltkonzerne sind vor den Angriffen nicht hundertprozentig geschützt. Allerdings verfügen sie über ausreichend finanzielle Mittel, um den wirtschaftlichen Nachteil ausgleichen zu können.

Bei mittelständischen Unternehmen oder kleinen Firmen führt die kriminelle Handlung oftmals zum finanziellen Ruin, insofern keine Versicherung abgeschlossen worden ist. Beispielsweise musste ein Hotel eine Schadenshöhe von mehr als 1,5 Millionen € ausgleichen, weil ein Hacker Zugang zu den persönlichen Daten der Hotelgäste erlangt hatte. Dabei wurden die Zahlungsdaten direkt an ihn übermittelt. Anschließend missbrauchte er etwa 600 Kreditkartendaten. Alleine die Ansprüche der Kreditkarteninhaber lagen bei etwa 750.000 €.

Ein weiteres Beispiel ist der Racheakt eines entlassenen Mitarbeiters der IT-Abteilung. Dieser hatte sich so sehr über seine Entlassung geärgert, dass er sich dafür rächen wollte. Aufgrund seiner Tätigkeit kannte er den Speicherort sämtlicher sensibler Produktinformationen auf den Festplatten. Diese Dateien löschte er und machte die Backupbänder unbrauchbar. Dadurch musste die Produktion für mehr als vier Tage eingestellt werden. Der Gesamtschaden betrug 1,87 Millionen €. 940.000 € waren auf dem Produktionsausfall zurückzuführen.

Zuletzt sind auch öffentliche Einrichtungen, wie zum Beispiel ein Stadtwerk, vor den Angriffen der Hacker nicht geschützt. Nachdem ein Hacker unbemerkt in das System des Stadtwerkes eingedrungen war, veränderte er die Systemdaten, um dadurch eine schwere Störung auszulösen. Das Kraftwerk musste für etwa 46 Stunden abgeschaltet werden. Ein Totalausfall der Stromversorgung war die unmittelbare Folge. Hier lagen die Umsatzeinbußen, die durch den Stromausfall verursacht worden sind, bei 2,3 Millionen €. Zusätzlich mussten die Stadtwerke noch 1,5 Millionen € an Vertragsstrafen zahlen. Insgesamt betrug der Schaden 3,8 Millionen €.

Diese Beispiele sind nur wenige von sehr vielen. Sie zeigen allerdings, welche enormen finanziellen Auswirkungen ein Angriff auf das eigene Unternehmen haben kann. Denn letztendlich ist nicht nur der Unternehmer oder Selbständige direkt betroffen, sondern auch seine Kunden sowie seine Produktionsstätte. Die Schadenskosten können entsprechend schnell im Millionenbereich liegen.

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